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Johann Wolfgang Goethein der Zeit von 1775 bis 1805Gliederung:2. Italienreise und Rückkehr nach Weimar ( 1786 – 1788 ) 3. Die Bekanntschaft mit Schiller ( 1790 – 1805 ) 1. Das erste Weimarer Jahrzehnt ( 1775 – 1786 )1775 siedelte Goethe auf Einladung des jungen Herzogs Karl August nach Weimar über. Die Residenzstadt genoss den Ruf des „ Musenhofes “. Herzogin Anna Amalia hatte bedeutende Persönlichkeiten um sich versammelt. Als einmalig konnte man die damaligen literarischen Gesprächsrunden und musikalischen Zirkel bezeichnen, in denen sich der aufgeklärte Adel mit dem gebildeten Bürgertum austauschte. Durch die Ankunft Goethes entfaltete sich die künstlerische und wissenschaftliche Geselligkeit am Hofe.Herzog August betraute Goethe schnell mit einigen wichtigen Aufgaben. Er arbeitete in der Bergwerksverwaltung und beaufsichtigte Museen. Goethe schaffte es in kurzer Zeit zum hohen Staatsbeamten aufzusteigen. Er wurde gegen den Widerstand der Beamtenschaft im Jahre 1776 Geheimer Legationsrat. 1779 stieg er zum Geheimrat auf, d.h. er war somit auch Mitglied der Regierung, und 1782 schließlich wurde er zum Präsidenten der Finanzkammer ernannt. Aufgrund seiner hervorragenden Arbeit wurde er 1782 sogar vom Kaiser geadelt. Im selben Jahr bezog er das Haus am Frauenplan. Es wurde zum Anziehungspunkt für viele auswärtige Besucher. Der trotz einiger Vorbehalte gefasste Entschluss in Weimar zu bleiben, wurde nicht zuletzt durch die Bekanntschaft mit Charlotte von Stein gestärkt. In den folgenden Jahren entwickelte sich Charlotte von Stein zur engen Vertrauten Goethes, die oft zwischen ihm und dem Herzog vermittelte. In dieser Zeit fand auch ein großer Wandel in Goethes Leben statt. Seine Liebe zu Charlotte von Stein und das jetzt völlig neue Ideal des tätigen Menschen wandelten Goethe zum klassischen Dichter, der „Klarheit der Form, Mäßigung der Leidenschaft und organische Selbstentfaltung“ anstrebt. So entstanden auch seine ersten klassischen Werke:
Der Wandel, der sich in der Person Goethes vollzog wird sehr gut anhand
seiner Werke deutlich. Zwischen dem „Götz“ des Stürmers
und Drängers und der „Iphigenie“ des Klassikers Goethe liegen
Welten. Diese Unterschiede zeigen sich sowohl im Aufbau als auch im Inhalt der
Dramen. Der „Götz“ ist eher umgangssprachlich und in Prosa
verfasst, die Szenen wechseln sehr häufig, die Einheit der Handlung wird
nur durch die Hauptperson gewährleistet. In der „Iphigenie“ ist
der dramatische Aufbau mustergültig. Die Sprache ist in
fünffüßige Jamben gefaßt, die Handlung spielt an einem Ort
in wenigen Stunden. Inhalt des „Götz“ sind Kampf, List und
Untreue. Die Spannung wird durch äußeres Geschehen hervorgerufen.
Auch die Tragik ist nicht tief, da Götz an den Widerwärtigkeiten der
Umwelt zugrunde geht. Wirkliche Tragik entsteht aber erst, wenn auch die inneren
Konflikte des Helden geschildert werden. Die „Iphigenie“ hat die
läuternde Wirkung einer großen, reinen Seele zum Thema. Iphigeniens
Konflikt ist ein innerer; sie kämpft sich durch zu wahrer
Seelengröße: „Reinen Herzens bleiben, das ist das Höchste,
dessen der Mensch fähig ist.“
Goethes Interesse an mineralogischen und anderen naturwissenschaftlichen
Studien wurde hauptsächlich durch seine Aufgabe als Beaufsichtiger des
Bergbaues geweckt. Goethes Drang zur Naturwissenschaft, auf deren Gebiet er
vielfältige Forschungen betrieb und Beträge leistete zur Mineralogie,
Geologie, Biologie, Farbenlehre und der Meteorologie, wirkte sich wiederum auf
seine Werke aus. Für einige Zeit trat ganz die wissenschaftliche Forschung
in den Vordergrund seiner Arbeit. So entdeckt er z.B. 1784 den
Zwischenkieferknochen beim Menschen, und nach und nach kam er auch mit seiner
Methode der morphologischen (die äußere Gestalt betreffend, der Form
nach) Betrachtung voran. Allerdings beengte dies und seine amtlichen
Verpflichtungen und Stellungen sein Dichterherz so sehr, dass er 1786 regelrecht
nach Italien floh. Dort blieb er bis 1788 und verfaßte und vollendete
Werke wie:
2. Italienreise und Rückkehr nach Weimar ( 1786 – 1788 )Goethe brach im Herbst 1786 zu einer Bildungs- und Erholungsreise nach
Italien auf. Er reiste unter falschem Namen ( „ Maler Möller “
) zunächst nach Vicenza. Nach kurzem Aufenthalt erreichte er Rom. Goethe
nahm bei dem bekannten Maler J.H.W. Tischbein Quartier, der mit dem Porträt
„ Goethe in der Campagna “ wohl eines seiner berühmtesten
Kunstwerke schuf.
Während seines gesammten Italienaufenthaltes war Goethe neben seinen
literarischen Projekten hauptsächlich mit Studien der antiken
Bildhauerkunst und der Vervollkommnung seiner zeichnerischen Fähigkeiten
beschäftigt.
Das südliche Klima, die reichen Kunstschätze und das freie
Ausleben seiner Neigungen machten die Reise zu einer Wiedergeburt Goethes.
Nach seiner Rückkehr nach Weimar 1788 übernahm Goethe die Leitung
des „ Freien Zeichen Institutes “, wurde jedoch auf eigenen Wunsch
- bis auf die Direktion der Ilmenauer Bergwerke und der Oberdirektion des
Hoftheaters - von allen andere Verpflichtungen freigestellt. Kurze Zeit
später lernte er seine künftige Lebensgefährtin Christiane
Vulpius kennen. Die Tatsache, dass diese Frau aus armen Verhältnissen kam,
sorgte am Hof für einige Ablehnung und trübte auch zeitweise das
Verhältnis zu Frau von Stein.
3. Die Bekanntschaft zu Schiller ( 1790 – 1805 )1790 widmete er sich hauptsächlich der Forschung, erstellte die
Bücher über die „Metamorphose der Pflanzen“
und die „Farbenlehre“, schaffte es jedoch die
Erstfassung des „ Faust “ zu veröffentlichen.
1790 unternahm er auch seine zweite Italienreise, um die Herzoginmutter Anna
Amalia von dort nach Weimar zurückzubegleiten. Goethes zweite Italienreise
stand im Zeichen ausgiebiger Kunst – und Naturstudien, war jedoch belastet
von der zeitweiligen Trennung von Christiane und dem im Vorjahr geborenen Sohn
August. In Italien verfasste er die „ Venetianischen Epigramme
“ , die sich kritisch mit dem Italienbild und zudem sehr ablehnend
mit dem Zeithintergrund der Französischen Revolution beschäftigten.
Zwei Jahre später, 1792, erlebte Goethe als Begleiter von Karl August den
1. Koalitionskrieg der Österreicher und Preussen gegen die Franzosen. Diese
Reise brachte, genauso wie die französische Revolution, viel Unruhe in sein
Leben und führte zu einer Schaffenskrise. Erst die Bekanntschaft mit
Schiller, dem wohl bekanntesten Dichter der damaligen Zeit, brachte Auftrieb.
Goethe hatte Schiller zwar 1790 eine Professur in Jena vermittelt, sie kamen
sich jedoch erst 1794 etwas näher, da vorher ihre Gesinnungen eher
entgegengerichtet waren. Ab den neunziger Jahren, in denen sich Schiller mit den
Schriften Kants auseinandersetzte, erlebt er eine innere Wandlung. Er tat auch
den ersten Schritt und schrieb einen Brief an Goethe.
Aus der ersten Bekanntschaft entwickelte sich bald ein intensiver
mündlicher und schriftlicher Gedankenaustausch, der beiden Teilen den
„reinen Genuß und wahren Nutzen“ brachte. Der Nutzen bestand
darin, daß Goethe Schillers Drang zum Extremen und seine Tendenz zu
philosophischen Spekulationen mäßigte und Schiller im Gegenzug Goethe
von seinen naturwissenschaftlichen Studien wieder mehr zur dichterischen
Produktion zog. Das erste gemeinsame Werk waren die
„Horen“, welches jedoch wenig Resonanz beim Publikum
fand. In den folgenden „Xenien“ ließen Schiller
und Goethe ihrem Unmut über das Publikum freien Lauf. Nach diesem
Xenienjahr (1796), in dem Goethe auch seinen Erziehungsroman
„Wilhelm Meisters Lehrjahre“ den letzten Schliff gab,
folgte ein Balladenjahr, in dem die beiden ihre großen Balladen schufen,
wie z.B. „Der Zauberlehrling“, „Der
Taucher“ und „Die Kraniche des Ibykus“.
Ein Jahr später erschien „Hermann und Dorothea“,
eines der schönsten Epen in deutscher Sprache. Den Stoff fand der Dichter
in einem Erlebnis von protestantischen Salzburger Auswanderern, die ihres
Glaubens wegen aus Österreich vertrieben waren und bis nach
Ostpreußen wanderten. 1803 erschien das Werk „Die
natürliche Tochter“, welches eigentlich der erste Teil einer
tragischen Trilogie sein sollte, womit er auf die Französische Revolution,
mit der er, wie bekannt, nicht ganz einverstanden war, antworten wollte. Ebenso
versuchte er sich mit der Zeitschrift
„Prophyläen“ an der bildenden Kunst. Sein
Hauptaugenmerk lag aber zu dieser Zeit, trotz der vielen anderen
Beschäftigungen, auf der Verfassung des „Faust“,
der 1806 vollendet wurde. Goethes und Schillers Dichtungen und Abhandlungen der
Zeit zeigen eine Tendenz zum Belehrenden, ja fast zum Lehrhaften.
Um noch enger zusammen arbeiten zu können, siedelte Schiller 1799 nach
Weimar über. Seine unmittelbare Teilnahme gab Goethes Tätigkeit
für das Weimarer Theater neue Impulse. So konnten sie die gemeinsam
entwickelten klassizistischen Stilisierungsprinzipien auf der Bühne
erproben und gaben Weimar damit ein immer größeres Ansehen als
Zentrum der deutschen Kultur. So gab es z.B. Aufführungen von
„Maria Stuart“ (1800), der „Braut von
Messina“ (1803) und des „Wilhelm Tell“
(1804). Ihr gemeinsam ausgearbeitetes Programm der „Weimarer
Kunstfreunde“ stieß auf den Widerstand der jüngeren
Generationen. Sie waren der Meinung, dass die Motive aus der Antike, die Goethe
und Schiller fast ausschließlich benutzten, vergangen seien und nicht
wieder zurückgeholt werden sollten. 1805 endete die Beziehung zwischen
Schiller und Goethe. Beide waren schon seit Januar krank und ein
Gedankenaustausch war nicht mehr möglich. Mitte des Jahres 1805 starb
Schiller. Goethe verlor in ihm, wie er sagte, die Hälfte seines Daseins.
Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe gehört zu den großen
Zeugnissen deutschen Geistes.
Der Tod Schillers bedeutete einen grossen Einschnitt in Goethes
Leben.
Quellen:
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